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Die Stadt Gernrode liegt am Nordrand des Unterharzes
in etwa 200m Höhe über dem Meeresspiegel. Unmittelbar am Stadtrand beginnen die
weiten Wälder des Harzes und steigen auch die Berge dort unvermittelt steil an. |
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Die in der Mitte des 10. Jahrhunderts entstandene Kirche bewahrt in ihrer heutigen Gestalt überwiegend Bauform und Materialteile des originalen Erstbaus, dank einer umfassenden Restaurierung von 1865 bis 1872 durch Ferdinand von Quast (1807 - 1877), die fast alle nach dem 12. Jahrhundert vorgenommenen baulichen Veränderungen zurücknahm. Der Konservator arbeitete im Auftrag des Herzogs Alexander Karl von Anhalt-Bernburg, zu dessen Besitzungen Gernrode damals gehörte und dessen Frau Friederike, die sich der Erhaltung der bauhistorisch wertvollen und geschichtsträchtigen Stiftsarchitektur besonders angenommen hatte. Die Stiftskirche Gernrode ist ein Fundus historischer und kulturgeschichtlicher Raritäten: Die Krypta unter dem Ostchor der Kirche gilt heute, neben der im thüringischen Rohr, als die älteste bestehende Hallenkrypta nördlich der Alpen. Das älteste in Deutschland erhaltene Beispiel einer architektonischen Nachbildung des Heiligen Grabes Christi in Jerusalem - ein Einbau im südlichen Seitenschiff aus der Zeit von 1060 bis spätestens 1130, inspiriert durch die Einflüsse der frühen Kreuzzüge - ist in motivischem Reichtum und bildhauerischer Gestaltung unvergleichlich. |
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Heute gilt das Stift als einer der besterhaltenen
frühottonischen Bauten. Von seiner zweiten Reise nach Rom brachte Markgraf Gero
963 Reliquien des heiligen Cyriakus mit. Kaiser Barbarossa, der 1188 in Gernrode
weilte, stiftete für die Stephaniekirche, die zweite historische Kirche, eine
Glocke. 1539 erhielt Gernrode das Stadtrecht, 1545 das Braurecht.
Der Ort zählte mit seinen vielen Töchterheimen und dem Nachbarort Bad Suderode
mit seiner Calziumquelle zu den beliebtesten Verweilorten am Nordharzrand.
Gernrode zählte von 1945 bis 1989 neben den ca. 4600 Einwohnern jährlich rund
20.000 Urlauber in den zahlreichen FDGB-Ferienheimen.
Die Selketalbahn
Es ist ein sonniger Tag am Bahnhof Gernrode -
Eine Familie steht wartend am Bahnsteig, die Kinder lecken Ihr Eis, während der
Papa seine Erbsensuppe löffelt. Ein Pfiff ertönt weit hinten an der Bekohlung -
nicht einzusehen. Und noch ein Pfiff. Das Eis wird warm und die Erbsensuppe
kalt. Während die Mutter lächelnd den Kopf schüttelt, starren Vater und Anhang
in die Richtung der merkwürdigen Geräusche, die stetig lauter werden.
Und tatsächlich schnaubt wenige Augenblicke später eine Dampflok hinter einem
Bahngebäude hervor. Fein rausgeputzt ist sie in glänzendem Schwarz und
leuchtendem Rot. Jetzt sieht man auch die markanten rot-weißen Personenwagen.
Ein kurzer Halt zum Weichen stellen, dann nähert sie sich dem Bahnsteig. So
langsam, das man jeden einzelnen Arbeitstakt der Kolben hört. Während der Vater
unvermittelt und ohne auch nur einen Zentimeter Bewegung zu verpassen auf die
Bewegung der Schubstangen start, fasziniert von dem, was deutsche Ingenieure
Anfang des vergangenen Jahrhunderts schufen, suchen die Kinder nach einer Regung
auf dem Führerstand. Lächelnd, wie schon tausende Male vorher lehnt sich der
Lokführer aus dem Führerstand. Die Kinder sind begeistert und winken, und auf
dem kurzen Weg in den Waggon kommt er wieder, der Traum, einmal selbst der
lächelnde Lokführer auf einer Dampflok zu sein.
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Die Harzer Uhrenfabrik
...gehört zu den führenden Herstellern von Stand-, Wand- und Kuckucksuhren in Deutschland und exportieren weltweit. Das Produkt "Schwarzwalduhr" haben wir kontinuierlich verbessert und dem heutigen hohen Standard angepasst. Geboren aus der Zuneigung zum Althergebrachten, geprägt von der Liebe zum Naturwerkstoff Holz, hat die Harzer Uhrenfabrik ein Uhrenprogramm entwickelt, das Tradition und persönliches Bedürfnis optimal vereint. Wir, die Harzer Uhrenfabrik, wollen uns bewusst keinem Zeitgeschmack unterordnen. Schnelllebigkeit passt nicht zu uns. Basis dieses Erfolges sind alte Meister, die ihre Erfahrungen den Gesellen und Auszubildenden weitergeben. Die Gehäuse und Schnitzereien für unsere Uhren stellen wir in unserer Fabrik in Gernrode im Harz und in Triberg im Schwarzwald her. Das weitere Zubehör beziehen wir von ausgesuchten deutschen Firmen. Unsere Uhren sind mit verschiedenen Werken, in vielen Farben und mit vielen Extras ausgestattet erhältlich, um unseren Kunden eine individuelle Gestaltung zu ermöglichen. Wir stellen nur hochwertige Qualität her und bieten besten Service.
Unsere "Tick-Tack-Stuben" sind täglich von 10.00 - 18.00 Uhr geöffnet, andere Öffnungszeiten nach Absprache. Gern richten wir auch Ihre persönlichen Feiern in einem festlichen Ambiente zu jedem Anlass aus, auf Wunsch auch mit musikalischer Untermalung durch unsere hauseigene Disco. Während Ihrer Feier ist eine kostenlose Besichtigung und auf Wunsch Führungen durch die Uhrenfabrik möglich.

Die "Alte Elementarschule"
Das Haus Cyriacusstraße 2 gehört zu den
kulturgeschichtlich bemerkenswertesten und selten gewordenen Bauwerken seiner
Art nicht nur in Gernrode oder im Landkreise Quedlinburg, sondern im gesamten
Lande Sachsen-Anhalt, was nachfolgend erläutert werden soll.
Das Reichsstift und die von ihm abhängige Stadt Gernrode sind derjenige Ort im
gesamten alten deutschen Reiche, der sich als erster - bereits 1521! - der
Reformation Martin Luthers angeschlossen hat, vorbereitet durch das frühe
theologische Wirken Thomas Müntzers als Propst des Gernrode unterstellten
Stiftes Frose bei Aschersleben 1516 / 1517 unter der damaligen Äbtissin
Elisabeth von Weida. Ihr vermittelte Stephan Molitor schon 1519 Luthers
reformatorisches Anliegen.
Wenig später brachte der Gernröder Andreas Popperodt, der in Wittenberg bei
Philipp Melanchthon studiert hatte, dessen Entwürfe einer reformatorischen
Schul- und Kirchenordnung wie auch Luthers Empfehlungen zum Allgemeinen
Gotteskasten aus säkularisiertem Kirchengut als wirtschaftliche Grundlage des
reformatorischen Schul- und Kirchenwesens nach Gernrode. - Dies ist der
Hintergrund, vor dem das Haus Cyriacusstraße 2 seine kulturgeschichtliche
Bedeutung erhält.
Mittlerweile überregional bekannt begeistern nicht nur Mineraliensammlung und wechselnde Kunstausstellungen. Highlight ist das Klassenzimmer, das originalgetreu wiederhergestellt wurde und die Atmosphäre des Lehrens und Lernens im 18.Jahrhundert glaubhaft widerspiegelt. Statt Tupperdosen und Colaflaschen liegen Griffel und Schiefertafeln auf den Bänken.
Viele Schulklassen aber auch Kindergärten aus Nah und Fern nutzen hier die Möglichkeit im Rahmen einer Schulstunde der besonderen Art, die Umstände kennen zu lernen unter denen Ihre Ururgroßväter das Einmaleins erlernten.
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