Die Bergstadt Clausthal Zellerfeld im Oberharz
Das Harzfest 2007 findet in Clausthal-Zellerfeld statt
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Kulturdenkmal Oberharzer Wasserregal, größte Holzkirche
Deutschlands, St. Salvatoriskirche mit Flügelaltar des Malers Werner
Tübke, bedeutende Mineraliensammlung, Kunsthandwerkerhof, Oberharzer
Bergwerksmuseum, Tagesförderbahn zum Ottiliae-Schacht.
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Im 7. Jahrhundert baute Bonifatius im heutigen
Zellerfeld eine Kapelle (Zelle). Die erste Besiedlung des Oberharzes geschah
in der Mitte des 12. Jahrhunderts durch Gründung des Benediktinerklosters
Cella, die wahrscheinlich vom reichsunmittelbaren Stift Simonis et Judae in
Goslar ausging. Die Mönche trieben bereits etwas Bergbau. Das Kloster wurde
aber 1431 (oder 1433?) vom Papst aufgehoben. Der Bergbau ging ein.
Die zweite Besiedelung erfolgte am Anfang des 16. Jahrhunderts, als
braunschweigische Herzöge Interesse am Bergbau zeigten, namentlich Heinrich
der Jüngere. Der braunschweigische Teil des Oberharzes erhielt von ihm 1532
die erste Bergfreiheit.
Zellerfeld erhielt 1529 Stadtrechte und nahm 1539 die Reformation an.
Clausthal erhielt 1570 die erste Kirche. Der Oberharz blühte dank des
Bergbaus auf. Sächsische Einwanderer prägten die Region nachhaltig, etwa
auch im oberdeutschen Dialekt. Ein Brand zerstörte 1672 Zellerfeld fast
vollständig. Nach dem Brand wurde Zellerfeld gradliniger wieder aufgebaut.
1779–1799 wurde der Tiefe Georgs-Stollen aufgefahren. Der 26 km lange
Stollen entwässert die Bergbaureviere von Clausthal-Zellerfeld, Wildemann,
Hahnenklee und Bad Grund.
1851–1864 trieb man den 32 km langen Ernst-August-Stollen von der Ortschaft
Gittelde am südlichen Harzrand vor. Dieser tiefste Wasserlösungsstollen des
Harzes verläuft fast 400 m unter Clausthal und entwässert die Bergbaureviere
der Bergstädte Lautenthal, Hahnenklee, Wildemann, Clausthal-Zellerfeld und
Bad Grund. Das Oberharzer Wasserregal ist ein Jahrhunderte altes System zur
Versorgung von Wasserrädern in den Harzer Gruben mit Aufschlagwasser. Die
zur Erzeugung von Wasserkraft gebauten Anlagen stehen heute unter
Denkmalschutz und werden zum Teil noch zur Trinkwassergewinnung genutzt. Die
Voranmeldung, das Oberharzer Wasserregal als Weltkulturerbe der UNESCO
anzuerkennen, ist 1999 durch die Obere Denkmalschutzbehörde eingereicht
worden. Der offizielle Antrag soll 2007 eingereicht werden, mit der
Anerkennung als Weltkulturerbe wird 2009 gerechnet.
Das Wasserregal bestand aus einer Vielzahl von Stauseen und Stauteichen wie
dem Oderteich (ehemals 120, heute noch 65 Teiche), die alle ähnlich
konstruiert sind und die zur Sammlung und Speicherung des Regenwassers
dienen. Das Wasser wurde in fast parallel zu den Isohypsen der Hänge
verlaufenden Gräben (insgesamt ca. 500 km Gräben) gesammelt und in die
Teiche geleitet, teilweise über große Entfernungen, wie zum Beispiel der
Dammgraben, der Wasser aus der Region des Brockens über 25 km bis nach
Clausthal leitet. Die Teiche geben ihr Wasser an eine weitverzweigte Reihe
von Gräben und Wasserläufen ab, welche teils oberirdisch, teils unterirdisch
verlaufen, damit schließlich das Wasser in den Gruben die Wasserräder
antreibt. Ein komplexes System sorgt dafür, dass für jedes Wasserrad eine
angemessene Menge an Wasser zur Verfügung steht. Überdies kann das Wasser
durch stetige Weiterführung auf mehreren Ebenen genutzt werden. Die
Wasserräder selbst, die teilweise als Kehrräder ausgelegt waren, hatten
verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel sollten sie das Wasser aus Gruben pumpen
oder Personen- und Materialtransport in die Schächte ermöglichen, wofür
teilweise abenteuerlich wirkende Hebelkonstruktionen (Kunstgestänge,
Fahrkünste) verwendet wurden. Die Stauseen und Wassergräben sind heute noch
weitgehend erhalten, die Wasserräder selbst aber sind überwiegend nicht mehr
vorhanden, auch wenn einige rekonstruiert sind.
Die Stadt entstand 1924 durch Zusammenschluss der beiden Bergstädte
Clausthal und Zellerfeld. Die Senke zwischen den beiden Stadtteilen markiert
eine natürliche „Grenzlinie“. Bekannt geworden ist Clausthal-Zellerfeld
durch seine für das Bergbaustudium berühmte Technische Universität
Clausthal. Heute ist die TU Clausthal für die Region bedeutender Studienort
auch für modernere Wissenschaften. Obwohl seit 1930 kein Bergbau mehr
betrieben wird, hat sich die Stadt ihre enge Verbindung mit dem Bergbau
durch ein Bergwerksmuseum bewahrt. Im Zuge des Bergbaus wurde im heutigen
Clausthal-Zellerfeld das Drahtseil erfunden. Weltbekannt ist auch das
alkoholfreie Clausthaler-Bier, welches noch bis zur Mitte des 20.
Jahrhunderts in Clausthal-Zellerfeld gebraut worden ist. Die Marke wurde an
die Binding-Brauerei verkauft und wird seitdem ausschließlich in Frankfurt
am Main gebraut. In der Hochzeit des Bergbaus gab es bedingt durch die
Bergfreiheit zahlreiche Brauerein in den Oberharzer Orten, von denen nur
noch eine in Altenau besteht.
Während des Zweiten Weltkriegs entstand in unmittelbarer Nähe, an der
Kreisstraße 38 nach Altenau, die zweitgrößte Munitionsfabrik
Nazi-Deutschlands, das Werk Tanne. Hier wurde der Sprengstoff TNT
hergestellt. Eine Gedenkstätte am Mittleren Pfauenteich erinnert an die
Opfer unter den Zwangsarbeitern bei der Bombardierung des Werkes. Weiterhin
wird in Clausthal vor der Marktkirche und in Zellerfeld vor der St.
Salvatoris-Kirche an die Opfer des Todesmarsches der Häftlinge des
Konzentrationslagers Dora-Mittelbau bei Nordhausen Anfang 1945 von Osterode
über den Harz gedacht. Ein weiteres Mahnmal befindet sich an der
Bundesstraße nahe des Hirschler Teiches in Richtung Dammhaus.